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Firmalex > Erbschaft in Spanien > Ist Schenkung oder Erbschaft in Spanien besser?

Manchmal, insbesondere wenn die Vermögenswerte, die man besitzt, einen erheblichen Wert haben, fragt man sich, ob es besser ist, sie zu schenken oder zu vererben, wenn man sie überträgt.

Hauptunterschiede zwischen Erbschaften und Schenkungen

Bevor man sich zwischen Erbschaft und Schenkung entscheidet, ist es wichtig, die Unterschiede zwischen beiden zu verstehen und zu wissen, wie sie sich finanziell auf die Begünstigten auswirken, da es finanzielle und rechtliche Unterschiede gibt.

Erbschaften

Das Erbe umfasst alle Vermögenswerte, Rechte und Pflichten, die eine Person nach ihrem Tod an ihre Erben oder Vermächtnisnehmer weitergibt. Erbschaften unterliegen der Erbschaftsteuer, deren Höhe je nach Autonomer Gemeinschaft Spaniens variiert. Die Erbfolge in das Vermögen des Verstorbenen kann entweder durch eigenen Willen mittels Testaments oder durch gesetzliche Bestimmung erfolgen. Zum Erbe gehören Immobilien, Geld, Rechte und bestehende Schulden. Das Recht sieht jedoch Schutzmechanismen vor wie die Annahme der Erbschaft unter dem Vorbehalt der Inventarerrichtung (beneficio de inventario). Dieses Instrument ermöglicht es dem Erben, für die Schulden des Verstorbenen nur bis zur Höhe des geerbten Vermögens zu haften. Auf diese Weise wird verhindert, dass das eigene gegenwärtige oder zukünftige Privatvermögen des Erben gefährdet wird.

Zusätzlich zu den genannten Vermögenswerten muss auch der Hausrat (Möbel, Kleidung und Haushaltsgegenstände) versteuert werden. In Spanien setzt die Finanzverwaltung diesen automatisch mit 3 % des Gesamtwerts des Nachlasses an, sofern kein niedrigerer Wert nachgewiesen werden kann. Dies stellt eine zusätzliche steuerliche Belastung dar, die Erben häufig überrascht.

Zu den gängigen Beispielen für Erbschaften gehören der Erhalt eines Hauses von verstorbenen Eltern, die Erbschaft eines Bankkontos und der Erhalt von Anteilen an einem Familienunternehmen.

Einer der größten Vorteile einer Erbschaft ist, dass sie für den Erben keine unmittelbare finanzielle Belastung darstellt, da sie erst nach dem Tod des Erblassers formalisiert wird. Darüber hinaus gibt es häufig Steuervorteile und -ermäßigungen, abhängig vom Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Verstorbenen und dem Erben. Darüber hinaus ist die Vererbung des Hauptwohnsitzes für direkte Verwandte in der Regel mit sehr hohen Steuerermäßigungen verbunden, was in vielen Fällen den wirtschaftlichen Vorteil gegenüber einer Schenkung verstärkt.

Doch auch Erbschaften haben ihre Schattenseiten. Sie können zu Familienkonflikten unter den Erben führen, wenn sie nicht klar geplant sind, und es besteht die Möglichkeit unterschiedlicher Meinungen über die Aufteilung des Vermögens.

Es ist entscheidend zu berücksichtigen, dass in Spanien die Testierfreiheit nicht absolut ist. Das Bürgerliche Gesetzbuch (Código Civil) sieht den Pflichtteil (‚legítima‘) vor. Dies ist der Teil des Vermögens, über den der Erblasser nicht frei verfügen kann, da er gesetzlich für bestimmte Pflichtteilsberechtigte (wie Kinder oder Ehegatten) reserviert ist. Die Nichtbeachtung dieser Regel ist eine häufige Ursache für Rechtsstreitigkeiten und die Hauptquelle für Familienkonflikte bei Erbschaften.

Schenkungen

Eine Schenkung ist eine freiwillige Handlung, bei der Vermögenswerte zu Lebzeiten übertragen werden, sodass die Begünstigten diese im Voraus erhalten. Zu den häufigsten Schenkungsarten gehören beispielsweise die Übertragung eines Hauses an ein Kind, die Schenkung von Barmitteln zur Gründung eines Unternehmens oder die Schenkung von Firmenanteilen an ein Familienmitglied.

Damit die Schenkung von Immobilien rechtlich wirksam ist, muss sie zwingend durch eine öffentliche Urkunde vor einem Notar formalisiert werden. Das Fehlen dieses Dokuments führt zur Nichtigkeit der Schenkung.

Es ist wichtig zu bedenken, dass die Gebühren für den Notar und das Eigentumsregister bei Erbschaften und Schenkungen in der Regel ähnlich hoch sind, jedoch dass eine Schenkung eine sofortige Auszahlung dieser Kosten erfordert. Der Beschenkte muss bei einer Schenkung bereit sein, nicht nur die Steuern, sondern auch die Honorare im Voraus zu begleichen.

Einer der Hauptvorteile besteht darin, dass sie die Wahrscheinlichkeit von Familienkonflikten verringern kann, da der Eigentümer die Verteilung bereits zu Lebzeiten festlegt und kommuniziert. Dieser Vorteil ist jedoch mit Vorsicht zu genießen: In der Regel gelten Schenkungen an Kinder als Vorschuss auf das Erbe (anrechenbare Schenkung). Das bedeutet, dass der Wert der Schenkung dem Endvermögen hinzugerechnet wird, um den Pflichtteil (‚legítima‘) zu berechnen. Eine Schenkung bietet daher nur dann einen echten Schutz vor Streitigkeiten, wenn die gesetzlichen Quoten aller Pflichtteilsberechtigten respektiert werden, damit der Beschenkte später keine Ausgleichszahlungen an andere Erben leisten muss.

Ähnlich wie bei der Erbschaftsteuer gibt es auch bei Schenkungen an Kinder und Enkelkinder Steuerermäßigungen, die in Anspruch genommen werden können. Es muss unbedingt darauf hingewiesen werden, dass viele Autonome Gemeinschaften strenge formale Anforderungen stellen, um in den Genuss von Steuervergünstigungen bei Geldschenkungen zu kommen. In der Regel ist es zwingend erforderlich, die Herkunft der Mittel nachzuweisen und die Schenkung innerhalb einer sehr kurzen Frist – oft sogar vor der tatsächlichen Geldübergabe – in einer öffentlichen Urkunde zu formalisieren. Die Nichteinhaltung dieser formalen Strenge kann zum vollständigen Verlust der Steuerabzüge führen.

Obwohl Schenkungen Vorteile haben, gibt es auch Nachteile. In der Regel unterliegen sie der Schenkungssteuer, die im Allgemeinen höher ist als die Erbschaftssteuer. Zudem hat eine Schenkung unmittelbare Folgen: Der Schenker verliert das Eigentum und die Kontrolle über die geschenkten Vermögenswerte. Dennoch gibt es eine Alternative, um diesen Nachteil abzumildern: die Schenkung des bloßen Eigentums unter Vorbehalt des lebenslangen Nießbrauchs. Dies ermöglicht es dem Schenker, das Eigentum an den Vermögenswerten (z. B. einer Immobilie) zu übertragen, aber das Recht zur Nutzung (darin wohnen oder sie vermieten) bis zum Tod zu behalten, wodurch Kontrolle und Sicherheit gewährleistet bleiben.

Es ist jedoch auch nicht die beste Option, wenn der Schenker die Güter oder Ressourcen, die er schenken möchte, in Zukunft selbst benötigen könnte, da er nach Vollzug der Schenkung die Eigentumsrechte unwiderruflich verliert und die Transaktion in der Regel nicht rückgängig machen kann.

Zusätzliche Anmerkung: Der Schenker kann auch Vermögenswerte übertragen, die mit Belastungen oder Schulden verbunden sind, wie beispielsweise einer Hypothek. In diesem Fall muss der Beschenkte (der Empfänger des Vermögenswerts) diese Belastungen übernehmen, was erhebliche finanzielle Auswirkungen haben kann, wenn dies nicht ordnungsgemäß geplant ist.

Weitere Optionen: Es ist keine Dichotomie

Es gibt auch weitere Möglichkeiten, wie zum Beispiel einen Teil des Vermögens zu schenken und den Rest als Erbe zu hinterlassen, um die Steuerbelastung und die Planung im Gleichgewicht zu halten.

Zudem sollten die Erbverträge (Pactos Sucesorios) oder ‚Erbschaften zu Lebzeiten‘ nicht unerwähnt bleiben. In Regionen mit eigenem Zivilrecht, wie Galizien, den Balearen oder Katalonien, ermöglicht dieses Instrument die Übertragung von Vermögenswerten vor dem Tod unter Anwendung der Steuervorteile einer Erbschaft. Der große Vorteil besteht darin, dass im Gegensatz zur Schenkung der Übertragende keine Einkommensteuer (IRPF) auf den Wertzuwachs zahlen muss, was in diesen Regionen eine optimale Option darstellt.

Schenkung oder Erbschaft: Strategien für eine optimale Vermögensnachfolge

Sobald wir ein besseres Verständnis von Schenkung und Erbschaft haben, können wir entscheiden, welche Form der Schenkung oder Erbschaft für die jeweilige Situation besser geeignet ist.

Bei der Entscheidung zwischen Schenkung und Erben müssen folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Wenn Sie das Vermögen lieber persönlich verteilen und Ihren Familienmitgliedern helfen möchten, solange sie noch leben, ist eine Schenkung eine gute Option.
  • Wenn Sie Ihr Vermögen zu Lebzeiten selbst kontrollieren möchten, falls Sie es in Zukunft benötigen, ist eine Erbschaft die bessere Wahl.
  • Im Hinblick auf die Steuern ist es wichtig, die mit jeder Option verbundene Steuerbelastung sorgfältig abzuwägen.

Sowohl die Erbschafts- als auch die Schenkungssteuer variieren innerhalb Spaniens je nach Wohnort in der Autonomen Gemeinschaft. Beide Steuern bieten Ermäßigungen basierend auf dem Verwandtschaftsverhältnis zwischen Schenker und Beschenktem sowie für bestimmte Arten von übertragenen Vermögenswerten.

Obwohl die Schenkungssteuer in der Regel höher ist als die Erbschaftssteuer, ist eine Schenkung in zwei Szenarien steuerlich rentabel: wenn eine sehr hohe langfristige Wertsteigerung des Vermögenswerts erwartet wird (wodurch Steuern auf diesen künftigen Zuwachs vermieden werden) oder wenn eine bevorstehende Verschärfung der Steuervorschriften der Autonomen Gemeinschaft absehbar ist, die bestehende Vergünstigungen aufheben könnte.

Dabei muss jedoch auch die steuerliche Belastung des Schenkers berücksichtigt werden. Bei einer Schenkung muss der Schenker die Wertsteigerung des Vermögenswerts (Differenz zwischen Anschaffungs- und aktuellem Wert) in seiner Einkommensteuererklärung (IRPF) versteuern. Steuerlich wird dies so behandelt, als ob der Vermögenswert verkauft worden wäre. Die einzige nennenswerte Ausnahme gilt, wenn der Hauptwohnsitz geschenkt wird und der Schenker über 65 Jahre alt ist; in diesem Fall ist der Gewinn steuerfrei.

Im Falle einer Erbschaft hingegen greift die sogenannte ‚Plusvalía del muerto‘: Die Wertsteigerung bleibt bei der Einkommensteuer des Verstorbenen steuerfrei, was im Vergleich zur Schenkung oft eine erhebliche Steuerersparnis bedeutet.

Ein entscheidendes operatives Detail ist die Frist für die Steuererklärung. Während für eine Erbschaft eine Frist von sechs Monaten ab dem Sterbedatum gilt (um weitere sechs Monate verlängerbar), beträgt die Frist bei einer Schenkung nur ein Monat ab der Beurkundung. Die Nichteinhaltung dieser kurzen Frist kann zu erheblichen Sanktionen und Aufschlägen führen.

Bevor man sich zwischen Erbschaft und Schenkung entscheidet, sollte jeder Fall sorgfältig geprüft werden, wobei die rechtlichen und steuerlichen Folgen beider Optionen zu berücksichtigen sind. Erbschaften sind in der Regel steuerlich günstiger; Schenkungen hingegen ermöglichen eine bessere Planungund beugen zukünftigen Familienkonflikten vor.

Da jeder Fall anders ist, empfiehlt es sich, in dieser Angelegenheit steuerlichen Rat einzuholen, um je nach persönlicher Situation, den zu übertragenden Vermögenswerten und den Vorschriften der autonomen Gemeinschaft des Wohnsitzes zu entscheiden, welche Option – Schenkung oder Erbschaft – die beste ist.

Bei Firmalex analysieren wir Ihr Vermögen, um die Strategie zu entwerfen, die Ihre Steuerrechnung minimiert. Lassen Sie sich von uns beraten, bevor Sie eine so wichtige wirtschaftliche Entscheidung treffen.

Weitere Informationen

Dieser Artikel ist Bestandteil unserer Serviceleistungen bei Erbschaften nicht residenter Personen. In diesem Abschnitt finden Sie alle nützlichen Informationen zu diesem Thema, einschließlich eines vollständigen Leitfadens zum Thema Erbschaft in Spanien für nicht residente Personen oder Ausländer.

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